DAS ANDERE KINO

a/ Die HAMBURGER SCHULE ist das LEBEN
oder b/ VON KINDERN & ANDEREN UNMÖGLICHEN WÜNSCHEN
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Auszug Drehbuch 3/4 von Maike Mia Höhne

 

Um die Jahrtausendwelle fängt sie an und irgendwann zehn Jahre später verebbt sie langsam: Die Berliner Schule. Eine Gruppe an Filmemachern, die keine Gruppe ist, und trotzdem ähnliche ästetische Ansätze vertritt und damit zu einem Sprachrohr einer Generation wird: dem Realismus verpflichtet ohne eine soziale Matritze für eine Vision beyond der Leinwand sein zu wollen.
Viele der Filmemacher der Berliner Schule haben in Berlin an der DFFB studiert. Und einige, so wie Henner Winckler und Ulrich Köhler und ihr gemeinsamer Kameramann Patrick Orth sind von der Hochschule für bildende Künste aus Hamburg gekommen. Nach einer Ausbildung der Schule sind sie nach Berlin gegangen, weil es gerade in den 1990igern und Anfang 2000erne eine geradezu natürliche Stromlinie gab, der viele gefolgt sind und die führte direkt nach Berlin.
Die Hochschule für bildende Kunst in Hamburg bildet seit 1965 im Bereich Visuelle Kommunikation Filmkünstler aus. Die Qualität der Lehre ist immer wieder diskutiert worden. Das Aufstellen der Curriculum war immer ein Politikum. Und innnerhalb der Auseinandersetzung gab es genug Raum für das Eigene. Das einzig Entscheidende bei der Entstehung von etwas Neuem. Wie soll ein eigener Wille entstehen, wenn nicht in Freiheit-  und sei es in der Freiheit der Abgrenzung.
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HFF MÜNCHEN / HEILIGE HALLEN @maikemia

Als 1979 das Hamburger Filmbüro gegründet wird, wird auch gestritten über die Abgrenzung von Film und Video. Das eine ist auf keinen Fall das andere und umgekehrt. Heute sind die Begrifflichkeiten andere- Performancekunst, Videoarbeiten und FilmFilm. Über alle Abgrenzung hinweg war das Klima in der Stadt, auch, weil es in der Kulturabteilung ein großes Interesse an Film gab und gibt, positiv für alles Abwegige. Der Mainstream ist nichts ohne das abwegige und umgekehrt. Auch der Weggang vieler in die Haupstadt ist traurig, weil das Gespräch über den Film von Gestern auf dem Markt fehlt, aber dafür gibt es visuelle Explosionen, die ihresgleichen suchen und gleich um die Ecke zu haben sind. Das politische Kino ist deswegen so stark in Hamburg, weil seit der Besetzung der Eckhofstraße 1970 und dem Kampf gegen die DEGEBO, die Kämpfer geblieben sind, wiedergekommen sind.
Eine Hafenstraße besetzt sich nicht von alleine und die Bewegung RECHT AUF STADT ist deswegen so agil, weil viele hier sind, dageblieben sind. Die Wege sind kürzer. Die GÄNGE gangbar.
Hamburg ist die Hamburger Schule in Musik und Bild. Hamburg ist das Leben.
3/4 ist auch eine Hommage an diese Stadt, die es schon immer geschafft hat, ohne Reue oder Romantik ihre schönsten historischen Bauten dem Neubau zu opfern. Beste Plätze werden verschenkt, weil auch die SPD ihre Hände in Unschuld wäscht und bei bestimmten Entscheidungen eben aus dem Raum geht. Und doch gibt es immer wieder diese, die weitermachen und genau hinschauen, sich nicht beirren lassen.
Verschiedene soziale und politische Räume, wie das GÄNGEVIERTEL, der FUXBAU sind konkrete Plastiken im öffentlichen Raum, die rufen: HIER WIR!
Das Filmprogramm: VON ARCHITEKTUREN DES VISUELLEN UND POETIKEN IM FILM // GUT DING WILL WEILE HABEN oder warum das Leben von Filmen kein Vergleich mit dem waren Leben ist oder Hamburg ist FILM POLITIK & MUSIK.
HAMBURG IST KOLLEKTIV & SOZIALE PLASTIK jenseits des Mainstreams.
 DENKEN SIE GROSS– Deichkind #DAS NEUE HAMBURG– Christian Bau#JONA von PETER OTT#RAKETE von Ulrich Köhler#LIEBE WIRD OFT ÜBERBEWERTET– Lassie Singers#PHILOSOPHIEREN von Paul Spengemann
#EXPOXY von Ulrich Köhler und Nina Könnemann#LUCY – Henner Winckler#LIGHT BOY- Eva Könnemann#3/4- Maike Mia Höhne#STEIN/LICHT – Rüdiger Neumann#DIE GOLDSTEINREELS – Romeo Grünfelder